Ausbildung und Weiterbildung in Deutschland

Überblick über das deutsche Bildungssystem

Deutsches Bildungsystem (Quelle: Wikipedia.de)

Quelle: Wikipedia.de

Die Berufsausbildung im Bereich Kompositwerkstoffe erfolgt berufsbegleitend ab Sekundarstufe II.

Übersicht über die Qualifikationen

Je nach Ausbildungsstand werden vier berufskundliche Gruppen unterschieden:

  1. Tätigkeiten ohne Berufsabschluss (Helfer)
  2. Fachkräfte
  3. Fachschulberufe / Weiterbildungsberufe
  4. Hochschulberufe / Studienberufe

Helfer

Helfer (EN: assistant, FR: aide) verrichten Tätigkeiten, für die keine abgeschlossene Berufsausbildung notwendig ist.

  • Helfer/in - Kunststoff, Kautschuk

Fachkräfte

Facharbeiter (EN: craftsman, skilled worker, FR: ouvrier qualifié, travailleur spécialisé) sind Fachkräfte, die dual (Schule und Betrieb) ausgebildet wurden. Sie besitzen nach erfolgreicher 2-3 jähriger Ausbildung einen Facharbeiterbrief (Gesellenbrief).

  • Verfahrensmechaniker/in - Kunststoff- und Kautschuktechnik
  • Verfahrensmechaniker/in - Faserverbundtechnologie
  • Verfahrensmechaniker/in - Beschichtungstechnik

Fachkräfte (EN: skilled worker, FR: personnel qualifié) sind Personen mit einer erfolgreich abgeschlossenen Berufsausbildung. Der Begriff Fachkraft wird im Allgemeinen nicht für Personen mit abgeschlossener Hochschulausbildung verwendet.

  • Bootsbauer/in
  • Böttcher/in
  • Spielzeughersteller/in
  • Technische/r Konfektionär/in

Fachkräfte können sich für eine Spezialisierung/Funktion in Seminaren oder Zertifikatslehrgängen weiterbilden und qualifizieren.

  • Laminierer/in (Kunststoffverarbeitung)
  • Extruderführer/in     
  • Kunststoffpresser/in
  • Kunststoffschweißer/in
  • Kunststoffspritzer/in
  • Kunststofftiefzieher/in
  • Fachberater/in - Farben, Lacke und Kunststoffe
  • Kunststoffbootsbauer/in
  • Sportgerätebauer/in
  • Klebefachkraft
  • Fachkraft Faserverbund (IHK Abschluss-Prüfung)

Fachschulberufe / Weiterbildungsberufe

Der Meister (EN: master craftsman, FR: agent de maîtrise) im Sinn der Handwerksordnung hat in einer Meisterprüfung unter anderem kaufmännische Kenntnisse und Ausbilderkenntnisse nachgewiesen und besitzt einen Meisterbrief.
           
Der Industriemeister (EN: foreman, FR: agent de maîtrise) hat ebenfalls eine Meisterprüfung abgelegt und ist eine qualifizierte technische Führungskraft in einem Industrieunternehmen.

  • Industriemeister/in - Kunststoff und Kautschuk     
  • Industriemeister/in – Fahrzeuginnenausstattung
  • Industriemeister/in - Papier- und Kunststoffverarbeitung
  • Industriemeister/in - Polsterei/Polstermöbel
  • Böttchermeister/in
  • Segelmachermeister/in
  • Konstrukteur/in   

Der Techniker (EN: technician (engineer), FR: technicien) hat erfolgreich eine zwei- oder vierjährige Ausbildung an einer Fachschule absolviert und ist entweder staatlich geprüft oder staatlich anerkannt.

  • Techniker/in - Kunststoff- und Kautschuktechnik     
  • Faserverbund an der Fritz-Hopf Technikerschule
  • Techniker/in - Maschinentechnik (Kunststoff-/Kautschuktech.)
  • Klebetechniker/in

Hochschulberufe / Studienberufe

Der Bachelor ist der erste akademische Grad an einer Hochschule. Der Studiengang ist auf 3-4 Jahre hin ausgerichtet und es sind mindestens 180 ECTS Punkte erforderlich.

  • Bachelor-Studiengang Maschinenbau Vertiefung Faserverbundtechnologie
  • Berufsbegleitender Bachelor-Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen mit Vertiefungsrichtung Leichtbau & Faserverbundtechnologie

Der Master-Studiengang  kann als zweiter akademischer Grad im Anschluss an den Bachelor erworben werden. Der Master-Studiengang dauert in der Regel 1-2 Jahre und es sind  mindestens 300 ECTS Punkte erforderlich.

  • Masterstudiengang Leichtbau- und Faserverbundtechnologie
  • Berufsbegleitenden Master Technologie Management mit Schwerpunkt Faserverbundtechnologie

Als dritter akademischer Grad kann in einer Promotion der Doktorgrad erworben werden.

In Deutschland sind die Abschlüsse Bachelor, Meister, Industriemeister und Techniker gleichwertig.

Die Form der Studiengänge in denen Kompositwerkstoffe eine Rolle spielen lassen sich weiter einteilen in Schwerpunkte/Fachrichtungen, den dualer Studiengang mit beruflicher Tätigkeit als fester Studienbestandteil und in grundständige Studiengänge wie z. B.

  • Baustoffingenieurwissenschaft
  • Dentaltechnologie und Metallurgie
  • Kunststoff- und Werkstofftechnik
  • Materialwissenschaft und Werkstofftechnik
  • Oberflächen- und Werkstofftechnik
  • Systemwerkstoffe
  • Technologie der Funktionswerkstoffe
  • Werkstoffingenieurwesen
  • Werkstofftechnik
  • Werkstoffwissenschaft
  • Wirtschaftsingenieurwesen (Werkstoff- und Prozesstechnik)

Ingenieur-Studiengänge mit besonderem Bezug zu Kompositwerkstoffen sind

  • Ingenieur/in – Kunststofftechnik
  • Ingenieur/in – Werkstofftechnik
  • Ingenieur/in – Verpackungstechnik
  • Ingenieur/in – Sport
  • Klebfachingenieur/in

Weitere Informationen

Ausführliche Informationen zu den einzelnen Berufen sind im Berufenet der Deutschen Arbeitsagentur erhältlich.

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